{"id":27,"date":"2018-08-26T22:18:03","date_gmt":"2018-08-26T22:18:03","guid":{"rendered":"http:\/\/lamar.larp.pro\/?page_id=27"},"modified":"2019-09-23T00:17:20","modified_gmt":"2019-09-23T00:17:20","slug":"miri","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lamar.larp.pro\/?page_id=27","title":{"rendered":"Miri, Mirabella"},"content":{"rendered":"[avartanslider alias=&#8220;miri&#8220;]\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-28 alignright\" src=\"http:\/\/lamar.larp.pro\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/miri.jpg\" alt=\"\" width=\"170\" height=\"240\" \/><\/p>\n<p>Miris Familie war schon seit vielen Generationen im Fischhandel t\u00e4tig. Obwohl sie keine Geschwister und keine Freunde besa\u00df war sie doch niemals einsam. Selbst wenn ihre Eltern an vielen Tagen nur mit ihrer Arbeit besch\u00e4ftigt waren und am Abend viel zu m\u00fcde, um sich viel um ihre Tochter zu k\u00fcmmern, fehlte es ihr an nichts. Dann wiederum \u2013 es kann einem Kind wie Mirabella, die sich nicht viel mehr als die Aufmerksamkeit ihrer Eltern w\u00fcnschte, auch nicht an Geschenken fehlen.<\/p>\n<p>Nicht, dass sie nicht dankbar war an dem vielen Spielzeug und h\u00fcbschen Kleidern, die ihre Eltern von ihren wochenlangen Gesch\u00e4ftsreisen mitbrachten. Aber noch viel lieber h\u00e4tte sie es gehabt, dass ihre Eltern anstelle eines Geschenkes fr\u00fcher nach Hause gekommen w\u00e4ren, sich zu ihr gesetzt h\u00e4tten und mit ihr gespielt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Nach ihrem zehnten Sommer ver\u00e4nderten ihre Eltern sich pl\u00f6tzlich. Sie blieben \u00f6fters zuhause und Mirabella lernte ihre Eltern zum ersten Mal richtig kennen. Sie lernte, dass ihre Mutter eine wundersch\u00f6ne Gesangsstimme hatte, die sie mit ihr teilte. Zusammen sangen sie Tage lang und ihr Vater war ein sehr lustiger und liebender Mensch, auch wenn er sich f\u00fcr seine Arbeit oft verstellte. In Mirabellas Augen war es, als ob er eine Maske aufsetzen w\u00fcrde. Der Mann, der die anderen Fischer befehligte und ihr Vater waren in ihren Augen zwei komplett verschiedene Personen.<\/p>\n<p>Doch eines Tages wachte MIrabellla in den fr\u00fchen Morgenstunden durch ein lautes Gepolter auf. Als sie die Treppen hinunter ging, fand sie ihren Vater und ihre Mutter vor. Sie beide hatten ihr Reisegewand an und es standen zwei schwer aussehende Koffer vor der T\u00fcr. Mirabella fragte wohin sie fahren w\u00fcrden. Ihre Mutter sah sie mit etwas traurigen Augen an und ihr Vater kniete sich vor ihr hin, um auf einer H\u00f6he mit ihr zu sein. \u201eWir m\u00fcssen f\u00fcr ein paar Tage weg, es gab einige Probleme an den \u00fcblichen Fischer Routen, aber mache dir keine Sorgen wir sind sicher bald zur\u00fcck\u201c, sagte er mit ernster Stimme. \u201ePasse auf das Haus auf, bis wir wieder zur\u00fcckkehren und \u00f6ffne blo\u00df niemanden die T\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p>Miri nickte und umarmte ihre Eltern zur Verabschiedung. Ihre Mutter dr\u00fcckte sie so fest an sich und fl\u00fcsterte ihr ein \u201cEs tut mir so leid\u201c zu. Warum entschuldigte sie sich, es ist ja nicht das erste Mal, dass sie so fr\u00fch am Tage weg mussten?<\/p>\n<p>Nach einigen Tagen kamen seltsame M\u00e4nner zu ihrem Haus. Sie wollten unbedingt rein, Mirabella antwortete aber ihrem Klopfen und Geschrei nicht. Sie blieb immer eingesperrt in ihrem Zimmer, wenn die w\u00fctenden M\u00e4nner kamen. Doch eines Tages, gerade als Mirabella am Tisch zum Essen sa\u00df, flog eine brennende Flasche durch das Fenster an das andere Ende des Raumes. Sobald sie am Wandteppich zerschellte, sprangen lodernde Flammen empor und Mirabella rannte aus dem Zimmer ihn ihr eigenes. Sie schnappte sich eine kleine Tasche und f\u00fcllte sie so schnell wie sie konnte mit Kleidung, Schmuck und Spielzeug.<\/p>\n<p>Sie riss ihre Zimmert\u00fcr auf und schritt erschrocken zur\u00fcck. Der Gang, der vor ihr lag war ein Meer aus Flammen geworden. Sie drehte sich um und \u00f6ffnete ihr Fenster. Kurz z\u00f6gerte sie, aber mit dem Wissen, dass es keinen Ausweg gab sprang sie hinaus. Sobald ihr Kopf den Boden ber\u00fchrte war alles schwarz.<\/p>\n<p>Als das M\u00e4dchen die Augen aufschlug, war das Erste, was sie bemerkte ein Wald um sie herum mit vielen bunten, singenden V\u00f6geln. Das N\u00e4chste, was sie sah war ein Ger\u00fcmpel, das hinter ihr lag als sie erwachte. Es war wahrscheinlich vorher ein Haus, aber nur noch Asche und Holzreste verblieben. Neben ihr lag eine dreckige Tasche am Boden mit einem eleganten, blauen M in der Mitte der Tasche. Als sie sie \u00f6ffnete kam alles wieder zu ihr zur\u00fcck; das Feuer, ihr Zuhause, ihre Eltern, die sie zur\u00fcckgelassen hatten. In ihrem Kopf klangen die letzten Worte ihrer Mutter, \u201eEs tut mir leid.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSie wussten es\u201c, Mirabellas Stimme war zittrig. Egal, auch, wenn sie es wussten, sie haben mich geliebt, oder? Ja, ja sie haben mich geliebt und sie lieben mich immer noch, ich werde einfach zum Dorf gehen und\u2026.<br \/>\nSie werden nicht mit mir reden, auf jeden Fall nicht als Mirabella\u2026.<\/p>\n<p>Mirabella nahm ein braunes Kleid, zog es sich an, dann riss sie alle sch\u00f6nen Verzierungen herunter. Im Gegensatz zu dem was alle von ihr dachten war sie nicht dumm.<br \/>\nSie sprach nicht viel, aber das war, weil es nicht viel gab was sie zu sagen hatte. Sie spielte nicht mit anderen Kindern, aber das war, weil sie die Art wie sie spielten f\u00fcr dumm fand. Warum sollte sie sich pr\u00fcgeln, wenn ein Buch doch so viel interessanter war? Die Tasche mit ihrem Initial drauf versteckte sie in einem Baum, dann ging sie runter zum Dorf wo sie, noch bevor sie es zu einem der H\u00e4user der Fischer schaffte, jemand am R\u00fccken packte und sie in eine Gasse zerrte, dann wurde wieder alles dunkel.<br \/>\nSie h\u00f6rt die Stimmen zweier M\u00e4nner. Sie reden in einer Sprache, die sie nicht versteht. Als sie endlich einen klaren Gedanken fassen konnte, wurde ihr schnell klar, dass sie auf einem Schiff war, das immer weiter weg von ihrem ehemaligen Zuhause fuhr. In den n\u00e4chsten Monaten lernte sie schnell, dass, wenn du nicht tust was von dir verlangt wird\u00a0 du nicht lange \u00fcberleben nicht auf diesem Schiff.<br \/>\nSobald sie einen Hafen anfuhren wusste sie entweder schafft sie es runter von dem Schiff oder sie w\u00fcrde es nicht schaffen l\u00e4nger durchzuhalten und sie wollte nicht wissen was mit den anderen M\u00e4dchen passiert war die in den untersten Teil des Schiffes gezogen wurden. Manchmal h\u00f6rte sie von unten Schreie\u2026<\/p>\n<p>Einer der M\u00e4nner stellte sich ihr in den Weg. Er stand zwischen ihr und ihrer Freiheit. Sie hatte keine andere Wahl, das Messer, das sie benutzte, um ihm die Kehle durch zu schneiden. Hielt sie nahe an ihrem K\u00f6rper als sie es endlich schaffte ihre restlichen Verfolger abzusch\u00fctteln, indem sie sich in einem Fass das mit seltsamen Fr\u00fcchten gef\u00fcllt war, versteckte.<br \/>\nSie schlief in diesem Fass f\u00fcr einige Zeit und ging dann weiter. Sie wusste nicht wie lange sie durch dunkle Gassen schleichen m\u00fcsste, wie viele Menschen sie verletzten m\u00fcsste, um an etwas Gold\u00a0 zu kommen. Es passierte ein paar Mal dass sie von jemanden in eine Seitengasse gezogen wurde, erfolglos. Manche versuchten ihr nur weh zu tun andere wollten ihren K\u00f6rper ausnutzen, sie aber lie\u00df es nicht zu. Egal wie sehr sie auch k\u00e4mpfte \u2013 mit Z\u00e4hnen und Messer, Tritten in weiche Teile und Schnitte durch die Haut, sie schaffte es immer sich zu wehren.<\/p>\n<p>Den Gro\u00dfteil ihres Tages verbrachte sie am Hafen, wo sie sich nach allem umh\u00f6rte, was sich nur irgendwie nach ihren Eltern anh\u00f6rte. Einige Male reiste sie auf Schiffen mit als Schiffsjunge, doch sie redete kaum mit den anderen Seefahrern. So trieb es sie von Hafen zu Hafen, von einer dunklen Gasse zur n\u00e4chsten. Sie hatte schnell gelernt mit dem Messer in der Hand zu schlafen.<br \/>\nEines Tages, auf einer kleinen Insel, im Hafen, fand sie jemand. Ein junger Mann, er stellte sich als Uhut vor. Er machte ihr einige nette Vorschl\u00e4ge und er nahm sie mit sich mit, weg von den dunklen Gassen und der st\u00e4ndigen Anspannung. Es war kein Schiff auf das er sie mitnahm es war die Lamar, ein riesiges Flo\u00df, auf dem sie lernte, wie man anderen Leuten vertrauen kann, dass du nicht immer um jedes noch so kleines St\u00fcck Essen k\u00e4mpfen musst.<br \/>\nSie lernte, sie wuchs und sie begann sich zum ersten Mal seit Jahren bei einem Namen zu nennen, einen den sie sich ausgesucht hatte.<\/p>\n<p>Sie nannte sich Miri<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[avartanslider alias=&#8220;miri&#8220;] Miris Familie war schon seit vielen Generationen im Fischhandel t\u00e4tig. Obwohl sie keine Geschwister und keine Freunde besa\u00df war sie doch niemals einsam. Selbst wenn ihre Eltern an vielen Tagen nur mit ihrer Arbeit besch\u00e4ftigt waren und am Abend viel zu m\u00fcde, um sich viel um ihre Tochter zu k\u00fcmmern, fehlte es ihr&#8230; <\/p>\n<div class=\"read-more navbutton\"><a href=\"https:\/\/lamar.larp.pro\/?page_id=27\">Read More<i class=\"fa fa-angle-double-right\"><\/i><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":90,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-27","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/27","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/27\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":188,"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/27\/revisions\/188"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/90"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/lamar.larp.pro\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}